Die Anatomen Meckel

Die Anatomen Meckel (Edle von Hemsbach)

Die Anatomen Meckel gehören in der deutschen Medizingeschichte zu den ausgewiesenen Ärztefamilien. Fünf Vertreter sind es, die sich im 18. und 19. Jahrhundert um die Entwicklung der anatomischen Forschung Verdienste erworben haben und deshalb in die Annalen der Wissenschaftsgeschichte eingegangen sind. Jeder von ihnen hat seinen Anteil dafür geleistet, dass eine der größten anatomischen Sammlungen entstehen konnte, die jemals existierte.

Johann Friedrich Meckel d. Ä. ist der Stammvater der berühmten Ärztefamilie. Vorfahren von ihm wurden am 11. Juli 1682 geadelt und erwarben das Adelsprädikat „von Hemsbach“.  Meckel d. Ä. und sein Bruder Georg Ludwig wurden später − am 17. März 1773 − in den Reichsritterstand mit dem Prädikat „Edle von Hemsbach“ erhoben. Von der Standeserhöhung haben die Anatomen Meckel so gut wie gar nicht Gebrauch gemacht. Der Adel wurde preußischerseits am 16. Februar 1839 anerkannt.

Meckel d. Ä. wirkte als Professor für Anatomie in Berlin. Er war mit Charlotte Louise Camann (1724-1797) verheiratet. Aus der Ehe sind zwei Söhne und fünf Töchter hervorgegangen. Meckel d. Ä. setzte alles daran, dass sein älterer Sohn Philipp Friedrich Theodor ebenfalls die medizinische Richtung einschlug und Arzt und Anatom wurde.

Philipp Meckel war zweimal verheiratet. Aus der Ehe mit Johanna Charlotta Lauer (1762-1782) ging Johann Friedrich Meckel d. J. (1781-1833), der berühmteste der Meckel-Familie, hervor. Zehn Monate nach der Geburt des Kindes starb die Ehefrau. Ph. Meckel entschloss sich, neun Monate nach ihrem Tod ein zweites Mal zu heiraten. Aus der Ehe mit Theresia Christiane Catharina Jetzke (1758-1826) gingen neun Kinder hervor, darunter Albrecht August Meckel (1789-1829), der in Bern Professor für Anatomie und gerichtliche Medizin war. Heinrich Meckel von Hemsbach (1821-1856), ein Sohn von Albrecht Meckel, wirkte in Berlin als außerordentlicher Professor der pathologischen Anatomie und leitete die Prosektur an der Charité.

Von den neun Kindern aus zweiter Ehe sind drei sehr früh gestorben. In der Meckel-Forschung war ewig nicht bekannt, um welche Kinder es sich handelte und woran sie gestorben sind. Die Fragen konnten inzwischen beantwortet werden. Die Namen der Kinder ließen sich ermitteln: Adolph Ludewig, Paul Ludwig Philipp Wilhelm und Augusta Caroline. Sie starben im Alter von zwei Monaten, vier Monaten und zwei Jahren an „Stekfluß“, „Brustfieber“ bzw. an „Waßerkopffieber“. Zwei von ihnen hat Philipp Meckel selbst seziert, sicherlich, um nach den Todesursachen zu fahnden.

 

Johann Friedrich Meckel dÄJohann Friedrich Meckel,  d.Ä. (1724-1774)
Phillip Friedrich Theodor MeckelPhilipp Friedrich Theodor Meckel (1755-1803)
Johan Friedrich Meckel dJJohann Friedrich Meckel, d.J. (1781-1833)